Geschichte der Friedländer-Schule

Die Friedländer-Schule entstand 1990, unmittelbar nach der Einführung der D-Mark in der damaligen DDR. Aus Ost- und Westberlin wurde eine Stadt.
Damals wurde der Bereich Deutsch als Fremdsprache der Sektion Germanistik der Humboldt-Universität, eine der renomiertesten Stellen für Deutsch als Fremdsprache (DaF) im deutschsprachigen Raum, im Ostteil der Stadt geschlossen und die dort lehrenden hochqualifizierten und erfahrenen Dozentinnen und Dozenten wurden arbeitslos.
Die bereits emeritierte Professorin Veronika Schmidt (1928 – 2019) gründete darauf hin aus dem Nichts die Friedländer-Schule und schuf so nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze für ehemalige Kolleginnen und Kollegen, sondern konnte auch deren Erfahrungen in der Fremdsprachendidaktik mit Deutschlernenden aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, Osteuropa und Indochina nutzbringend erhalten und ausbauen.

Die Friedländer-Schule ist die älteste private Sprachschule im Ostteil der Stadt.

In den 90iger Jahren besuchten überwiegend jüdische Kontingentflüchtlinge sowie Spätaussiedler(innen) aus Osteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetrepublik die Friedländer-Schule. Darunter waren viele Künstler und Kulturschaffende, denen die Friedländer-Schule durch den Sprachunterricht als Sprungbrett für ihren weiteren Lebensweg und ihr Wirken diente.
Mit der Gründung der Friedländer-Schule knüpfte Veronika Schmidt bewusst an die langjährige Tradition der Berliner jüdischen Intellektuellen vor 1933 an, die das Kultur- und Sozialleben der Stadt in der Bildung, in den Wissenschaften und Künsten über Jahrhunderte hinweg durch grenzüberschreitenden Austausch geprägt und bereichert haben.

In den folgenden Jahren lernten zeitweilig viele aus bestimmten Regionen der Welt in der Friedländer-Schule. Inzwischen, insbesondere seit der Einführung der Integrationskurse 2005, gibt es eine große Mischung von Menschen aus aller Welt.

Seit ca. 25 Jahren bildet die Friedländer-Schule, zunächst mit den ehemaligen Kolleg(inn)en der Humboldt-Universität, Lehrkräfte in Deutsch als Fremdsprache (DaF) aus. Seit 2007 wird auch die Deutsch-als-Zweitsprache-Zusatzqualifikation (DaZ ZQ) im Auftrag der Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchgeführt. 2019 konnten auch die ersten an der Friedländer-Schule ausgebildeten Alphabetisierungs-Lehrkräfte, welche die Additive Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache für Alphabetisierung (DaZ alpha ZQ) absolviert haben, ihr Zertifikat vom BAMF in den Händen halten.

Die nächsten Sprachkurse sowie Aus- und Weiterbildungen sind in Planung.

Seit ca. 15 Jahren hat die Friedländer-Schule ein anerkanntes Qualitätsmanagement eingeführt, zunächst des Lernerorientierte Qualitätsmanagement in der Weiterbildung (LQW), inzwischen hat die Schule die AZAV-Zertifizierung durch GUTcert.

Es folgt ein Film von Elefteriya Yuanidis unter dem Titel “Friedländer-Schule 1990 – 2011”:

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